Tag 2 in Jasper: Unbeständig
11 06 2010Warum der heute Tag unter der Überschrift „unbeständig“ steht, wird euch im Laufe des Textes schnell klar. Also fang ich ganz normal chronologisch an:
Auf dem Plan stand eine Wanderung auf die Sulfour Skyline, die Spitze des Sulfour Mountain. Laut Reiseführer 5-6 Stunden Fußmarsch hin und zurück. Unterwegs war ich wieder mit dem Australier und dem Deutschen, zwei echte Foto-Fans, der Deutsche mit einer Canon 450D unterwegs, der Australier mit einem der teuersten Standardgeräte, einer Canon 5D. Die Bilder die er mir vorher aus verschiedensten Städten gezeigt hatte, sind atemberaubend.
Am Parkplatz, es war diesig und kühl, sehr nass aber windstill, hätten wir fast den falschen Wanderweg benutzt; es ist uns noch früh genug aufgefallen, sodass wir 2 Frauen aus Quebec noch den richtigen Weg zeigen konnten; die hätten sonst den gleichen Fehler wie wir gemacht.
Der Aufstieg war relativ angenehm, es gab zwar immer wieder richtig steile Passagen, aber insgesamt war es durchaus machbar, und die 5-6 angesagten Stunden erwiesen sich im Endeffekt als 4 Stunden trotz vieler Pausen. Ca 1000 Meter vor einem Plateau auf der Höhe war der Weg leicht schneebedeckt, aber alles kein Problem. Von Weitem konnte man sehen, wie sich langsam blauer Himmel zwischen der Wolkendecke hindurchzwängte. Bis wir auf dem Plateau waren, war es ein freundlicher Mix aus Wolken und Sonne, es war sehr warm und wir konnten super Bilder machen. Also haben wir eine Pause gemacht, um etwas zu essen. Bis zur wirklichen Spitze des Berges ist es von hier aus noch etwa 15 Minuten.
Doch keine 5 Minuten, nachdem wir den Aufstieg bis zur wirklichen Bergspitze begonnen hatten, war die Sicht von vorher kilometerweit auf maximal 10 Meter weit begrenzt. Innerhalb von kürzester Zeit waren wir Umgebung von einer weiß-grauen Wolkenwand. Langsam kämpften wir uns bis an die Spitze vor, und mit jedem Schritt wurde es kälter und windiger. Oben angekommen sahen wir nichts außer der Wand aus Wolken. Nach einer weiteren, sehr kurzen Pause begannen wir wieder den Abstieg – um direkt in einen Schneesturm zu geraten. Kalten; windig; Schnee – ein Glück hatten wir alle warme Jacken für alle Fälle eingepackt. Dennoch – so etwas hab ich vorher noch nie erlebt. Wahnsinn. Im Schneetreiben ging es also nach unten, auf halbem Weg war es dann nur noch Regen, bis wir dann unten waren, hat der Niederschlag aufgehört gehabt.
Abends war dann plötzlich wieder sonnig, sodass wir zusammen gegrillt haben und am Lagerfeuer mit allen möglichen anderen Hostel-Besuchern ein wenig geplaudert haben.
Guter Tag, verrückter Tag.
Heute Morgen hat die Fussball-WM begonnen. JUHU 😉